Pressetext Musiklager 2019

Ein klingendes Arbeitszeugnis

Am Wochenende zeigten verschiedene Ensembles der Musikschule Zürcher Unterland im Winkler Breitisaal mit jeweils nur drei oder vier Stücken, was sie drauf haben. Dies deshalb, weil das Repertoire anlässlich der Musiklagerwoche in Meiringen in knapp fünf Tagen entstanden war.

Von Koni Ulrich

Schulleiter Andrea Willi war am Freitagabend in der Winkler Breitihalle des Lobes voll für die Lagerteilnehmer, aber auch für die begleitenden Lehrkräfte. Es sei hart gearbeitet worden, täglich nicht weniger als von 9 bis 18 Uhr, was man dann später musikalisch durchaus bestätigt sah. Und doch sei auch der Spass nicht zu kurz gekommen. Klettern, Pingpong, Tanzen oder etwa einen Trickfilm zu vertonen, stand unter anderem als Erholung zur Auswahl. Die Handys mussten abends abgegeben werden…

Konzentriert und ohne Schnörkel

In Winkel gab es der Reihe nach je drei oder vier Songs von den drei Pop-Rock-Workshops mit den Lehrern Roberto Barlocci, Seraphim Von Werra und Silvan Lüscher. Da standen teils bis zu zehn Musikerinnen und Musiker auf der Bühne, vom Bläserquartett über die Perkussionsgruppe hin zu den Saiten und den Tasten. Allfällige Nervosität wurde gekonnt überspielt. Die Lehrer mochten vielleicht in der Arbeitswoche auch mal lautstark aufgetreten sein, an der Gala blieben sie locker im Hintergrund und verloren kein überflüssiges Wort. Für den Einstieg in „Rocking All Over The World“ oder den „Rainbow In The Sky“ hat man schliesslich die Stäbe des Schlagzeugers. Vier leise Tupfer, dann konnte es jeweils losgehen. Manch ein Talent hob sich mittels eines Soloparts für eine Weile ins Zentrum des Geschehens, andere werkelten bescheidener im Hintergrund. Alles in allem blieb vielen Besuchern nur das Staunen, denn – anders als etwa bei Vortragsübungen – gab es im gut einstündigen Konzert kaum eine Panne, jedenfalls keine nennenswerte.

Nächstes Jahr dabei?

Beste Reklame also, für die vielen jungen Leute im Publikum, um entweder sich gleich für den nächsten deutschen Superstar anzumelden, oder mindestens eine eventuelle Teilnahme an den Lagern der Musikschule im Jahre 2020 in Betracht zu ziehen. Die breite Palette von Instrumenten im Ensemble einer Band, das hat man halt bei sich zu Hause nicht, auch nicht im Zusammenspiel mit einem guten Freund. Die vierköpfige Bläsergruppe in der Formation von Silvan Lüscher mit leicht schräg funkigen Harmonien war zum Schluss sowas von eindrücklich, dass man gut über die etwas dünn gesäten Gesangsparts mit insgesamt nur zwei Sängern und einer Sängerin hinwegsehen konnte. In der Musikschule kommen die Instrumente verständlicherweise zuerst, auch wenn später, gerade in der Pop-Rock-Branche in Zeiten der Gesangswettbewerbe, die menschliche Stimme immer mehr Gewicht erhält. Logisch übrigens, dass in der Musikschule Zürcher Unterland übers Jahr auch die Stimme geschult oder gemeinsam mit anderen gesungen werden kann. 

Pop trifft Klassik

Am Samstag darauf zeigten die verschiedenen Streicherensembles mit ihren Lehrkräften ebenfalls im Breitisaal, was sie zuvor in der gleichen Woche im gleichen Lagerhaus gelernt hatten. Dass die beiden Musikbranchen in diesen gemeinsamen Tagen wenig Berührungsängste gezeigt und sich gegenseitig respektiert hatten, darf als weiterer Pluspunkt dieses unkonventionellen Musiklagers gewertet werden.

 

Bilder: Koni Ulrich

Bild 1: Die Band von Silvan Lüscher (rechts, stehend) in Aktion

Alternativen:

Bild 2: Die Singgruppe (links), eine Rarität (im Hintergrund Leiter Seraphim von Werra)

Bild 3: Die Band von Roberto Barlocci (rechts)

 Die Fotos folgen nächste Woche!

 

 

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